28.10.2011Chef der Polizeiabteilung geht in Ruhestand | Nr. 140/2011

Potsdam – Innenminister Dietmar Woidke verabschiedete heute in Potsdam den langjährigen Leiter der Polizei- und Sicherheitsabteilung im Innenministerium, Ministerialdirigent Jürgen Storbeck, in den Ruhestand. Storbeck war in diesem Monat 65 Jahre alt geworden. Woidke dankte dem ausgewiesenen Polizeiexperten für dessen „außerordentlich engagierte und durchweg professionelle Arbeit“, mit der er sich in herausgehobener Verantwortung neuen Sicherheitserfordernissen und notwendigen Veränderungen gestellt habe.

Dazu gehörte zuletzt insbesondere sein persönlicher Einsatz bei der Vorbereitung und Umsetzung der aktuellen Polizeireform im Land. Storbeck habe die weitreichende und schwierige Reform mit „großer Umsicht, hoher fachlicher Kompetenz und starken Nerven mitkonzipiert und begleitet“, sagte Woidke. Die bislang erfolgreiche und schnelle Umsetzung der Polizeireform sei „zu ganz wesentlichen Teilen auch Storbecks Verdienst“. Der erfahrene Polizeiexperte sei ihm auch in „allen anderen Fragen der Inneren Sicherheit immer ein verlässlicher Ansprechpartner und Berater gewesen“, würdigte Woidke die Arbeit des Spitzenbeamten in Brandenburg. „Jürgen Storbeck hat sich mit seinem gesamten Wirken um das Land Brandenburg und seine Polizei verdient gemacht“, betonte der Minister.

Storbeck selbst erklärte, er sei „stolz darauf, was hier in Brandenburg erreicht wurde“. Er habe in den Jahren seiner beruflichen Tätigkeit in Brandenburg „das Land schätzten und lieben gelernt“. Langweilig sei es nie gewesen, betonte Storbeck: „Es war eine tolle Zeit.“ An die anwesenden Führungskräfte der Polizei appellierte der scheidende Abteilungsleiter, stets die Mitarbeiter selbst in den Mittelpunkt aller Führungsanstrengungen zu stellen. „Wie kriege ich die Leute mit, das ist immer die entscheidende Frage“, betonte Storbeck. Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen wie der weiteren Umsetzung der Polizeireform, dem bevorstehenden Start des Flughafens BER, dem notwendigen Schutz kritischer Infrastrukturen und der zunehmenden Internetkriminalität. Den erfolgreichen Aufbau von EUROPOL bezeichnete Storbeck rückblickend als „Herzstück“ seiner beruflichen Karriere. Nun werde er eine „neue persönliche Vorhabenplanung beginnen“, so Storbeck abschließend.

Mit Storbeck geht ein auch international anerkannter Fachmann für Innere Sicherheit jetzt in den Ruhestand. So leitete der studierte Jurist in seiner beruflichen Laufbahn nicht nur wichtige Abteilungen im Bundeskriminalamt, sondern baute auch die europäische Polizeibehörde EUROPOL in Den Haag auf, deren erster Direktor er von 1999 bis 2004 war. 2006 wechselte Storbeck vom Bundesinnenministerium in den Landesdienst von Brandenburg und übernahm im Innenministerium die Leitung der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Polizei, Ordnungsrecht, Brand- und Katastrophenschutz.

Storbecks Leistungen wurden mit mehreren nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt. So wurde ihm 1996 der Bul le mérite, eine vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) vergebende Auszeichnung, verliehen. 2003 erhielt er für den Aufbau von EUROPOL das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Zur Entscheidung über einen Nachfolger wurde die Stelle des Polizeiabteilungsleiters bereits bundesweit ausgeschrieben. Das entsprechende Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

 

Anlage:

Kurzvita von Jürgen Storbeck

Geb. 1946 in Flensburg

ab 1968 Rechtsstudium an den Universitäten Bonn, Tübingen, München
1973/1976 1. und 2. juristisches Staatsexamen
seit 1977

beim Bundeskriminalamt (BKA) dort u. a. stellv. Abteilungsleiter Rauschgiftbekämpfung, Leiter Nationales Zentralbüro von Interpol und des Bereiches internationale polizeiliche Zusammenarbeit; Abteilungsleiter Organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität

seit 1992 EUROPOL (Leiter Aufbaustab in Straßburg; Koordinator und Geschäftsführender Direktor in Den Haag; seit 1999 Direktor)
2004

Koordinator des Bundesinnenministers für polizeiliche Zusammenarbeit mit den Golfstaaten

seit Mai 2006

Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Polizei, Ordnungsrecht, Brand- und Katastrophenschutz im Ministerium des Innern des Landes Brandenburg; Ministerialdirigent

 

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Chef der Polizeiabteilung geht in Ruhestand

Verantwortlich: Ingo Decker

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